Archiv für Juni 2012

Kostenfaktor Alte und prekäre Beschäftigung in der Pflege

„Rohe Bürgerlichkeit“ – Kostenfaktor Alte und prekäre1 Beschäftigung in der Pflege, so ist ein Artikel in der Trend-Onlinezeitung überschrieben, der unter diesem Link gelesen werden kann und die im Pflegebereich vorzufindende sehr unschöne Gemengelage zum Thema hat.

„Von skandalösen Bedingungen in Altenheimen und beschämenden Lebensverhältnissen Pflegebedürftiger zu Hause einerseits, von der mangelnden Attraktivität des Pflegeberufes und der zugespitzten Mehrfachbelastung betreuender Angehöriger andererseits berichten die Medien seit einigen Jahren regelmäßig. Ob in gängigen TV-Magazinen oder den gut verkauften Büchern des Pflegeexperten Claus Fussek und des Journalisten Markus Breitscheidel. Der Tenor: Den Hilfebedürftigen und den ausgebeuteten Pflegekräften wird das Leben zur Hölle gemacht! Der Kostendruck in der Pflege trifft die Patienten wie die dort Beschäftigten gleichermaßen! Es muss schleunigst etwas passieren! Warum kollektive Gegenwehr sich zurzeit so schwer organisieren lässt und kaum funktioniert erfahren wir jedoch von den Publizisten nicht. Ein Blick auf die gewerkschaftliche Schwäche auf diesem Feld hebt deshalb aktuell die Bedeutung des Widerstandes Einzelner – und ihrer Unterstützergruppen – um so stärker hervor.“

„Die bislang mangelhafte Organisierbarkeit der allermeisten Arbeitskräfte dort ist fatal. Denn der Pflegesektor bildet exemplarisch eine Schnittstelle von anwachsenden prekären Lohnarbeitsverhältnissen und der zunehmend elenden Existenz eines Teils der Bevölkerungsgruppe, die in Zeiten weitreichender staatlicher Ausgabenkürzungen immer offener als für die Volkswirtschaft „unproduktiv“ und damit belastender Kostenfaktor kategorisiert wird: die der alten und hilfebedürftigen Menschen. Die Brisanz des Themas ist so offenkundig wie das spürbare Desinteresse der Mehrheitsgesellschaft (…), sich dem Problem zu stellen.“

  1. „prekär“ meint die Unsicherheit z.B. in Bezug auf die Arbeitsplatzsicherheit, die Bezahlung und die Arbeitsumstände [zurück]

nächstes Treffen

Das nächste Treffen findet statt am Dienstag, den 3. Juli um 20 Uhr im Insel-Restaurant Finkenherd, Weserstr. 6a.